Boreout 🥱 Das unsichtbare Leiden im Büro

Boreout Meaningful work

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Inhaltsverzeichnis

  • Warum niemand über Boreout spricht – und warum das gefährlich ist

  • Die Folgen: psychischer Stress durch Sinnverlust

  • Was kannst du als Führungskraft gegen Boreout tun?

  • Fazit: Boreout braucht Aufmerksamkeit – und eine kluge Führung

Stell dir vor, du sitzt im Büro, der Bildschirm leuchtet, das Telefon schweigt – und die Uhr scheint stillzustehen. Kein Druck, keine Aufgaben, keine Herausforderung. Was für viele wie ein Traumjob klingt, kann zur stillen Qual werden: Boreout. Während Burnout inzwischen eine gesellschaftlich anerkannte Folge von Dauerstress ist, bleibt sein Gegenstück oft unerkannt – dabei ist es nicht weniger belastend.

Boreout beschreibt den Zustand chronischer Unterforderung und Langeweile am Arbeitsplatz. Es ist das Gefühl, dass die eigene Tätigkeit sinnlos ist, dass man intellektuell unterfordert ist, dass die Tage zäh und leer erscheinen. Viele Betroffene berichten von innerer Leere, einem Mangel an Wertschätzung und dem Eindruck, die eigene Zeit zu verschwenden. Doch anders als beim Burnout, der sichtbar im Aktionismus oder völliger Erschöpfung endet, geschieht Boreout still – fast unsichtbar.

Warum niemand über Boreout spricht – und warum das gefährlich ist

In einer Gesellschaft, die Leistung über alles stellt, ist es ein Tabu, zu sagen: „Ich habe nichts zu tun.“ Wer zugibt, unterfordert zu sein, riskiert, als faul, ineffizient oder illoyal abgestempelt zu werden. Deshalb verbergen viele ihre Situation – sie tun beschäftigt, surfen im Netz, schreiben sinnlose E-Mails oder arbeiten im Schneckentempo. All das nur, um nicht aufzufallen. Dieser Zustand wird von Expert:innen wie Philippe Rothlin und Peter R. Werder, die den Begriff Boreout prägten, als „aktive Passivität“ beschrieben – ein paradoxes Verhalten, das Energie kostet und dennoch zur Untätigkeit führt.

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Die Folgen: psychischer Stress durch Sinnverlust

Die Symptome sind gravierend: psychische Beschwerden wie Antriebslosigkeit, Depressionen, Reizbarkeit oder Schlafstörungen sind keine Seltenheit. Wer seine Tage mit belanglosen Aufgaben verbringt, verliert nicht nur Motivation, sondern auch das Gefühl der Selbstwirksamkeit – ein zentrales Element psychischer Gesundheit. Laut einer Studie der Universität Zürich empfinden unterforderte Arbeitnehmer:innen ein ähnlich hohes Maß an Stress wie überforderte. Nur spricht niemand darüber.

Was kannst du als Führungskraft gegen Boreout tun?

Du hast vielleicht Teammitglieder, die sich zurückziehen, wenig Initiative zeigen oder oft müde und desinteressiert wirken. Die Gründe dafür könnten tiefer liegen – nicht im Stress, sondern im Gegenteil: in der Langeweile. Als Führungskraft trägst du eine Schlüsselrolle, um Boreout zu erkennen, anzusprechen und zu verändern.

Hier einige konkrete Impulse:

1. Achte auf subtile Signale

Nicht jeder Mitarbeiter, der still ist, ist zufrieden. Rückzug, auffallend langsames Arbeiten, ständige Müdigkeit oder häufiges „Dienst nach Vorschrift“ können Hinweise auf Boreout sein. Hier hilft Beobachtung – ohne Bewertung.

2. Führe offene, wertschätzende Gespräche

Eröffne Gespräche mit ehrlichem Interesse. Frag nicht nur: „Wie geht’s?“ – sondern: „Wie erlebst du deine Aufgaben aktuell?“ oder „Gibt es Bereiche, in denen du gerne stärker eingebunden wärst?“ So signalisierst du Interesse an der Person, nicht nur an der Leistung.

3. Fördere gezielt Job Crafting

Gib deinen Mitarbeitenden die Möglichkeit, ihre Aufgaben mitzugestalten. Vielleicht möchte jemand mehr Kundenkontakt, andere suchen nach analytischen Herausforderungen. Unterstütze diesen Prozess aktiv, indem du Flexibilität zulässt und auf individuelle Stärken setzt.

4. Gestalte sinnstiftende Aufgaben

Nicht jede Aufgabe kann spannend sein – aber jede Aufgabe kann einen Sinn bekommen. Erkläre den Zweck hinter Tätigkeiten, beziehe Mitarbeitende in Entscheidungsprozesse ein und vermittle, wie ihre Arbeit zur Gesamtvision beiträgt.

5. Setze auf Weiterentwicklung

Biete Fortbildungen an, leite zur Projektverantwortung an, ermutige zu interdisziplinären Aufgaben. Zeig deinem Team: Hier kannst du wachsen – fachlich und persönlich. Das beugt nicht nur Boreout vor, sondern fördert auch langfristige Bindung.

6. Räume mit dem Leistungs-Tabu auf

Schaffe ein Klima, in dem auch Unterforderung thematisiert werden darf – ohne Scham oder Sanktion. Mach deutlich: Langeweile ist kein persönliches Versagen, sondern ein Anlass, gemeinsam neue Wege zu finden.

Boreout: Prävention gegen Langeweile

Boreout: Prävention gegen Langeweile

Fazit: Boreout braucht Aufmerksamkeit – und eine kluge Führung

Boreout ist kein Luxusproblem. Es ist ein stilles Warnsignal dafür, dass Mitarbeitende in ihrer Arbeit keinen Sinn, keine Herausforderung und keine Verbindung mehr sehen. Genau hier beginnt deine Verantwortung als Führungskraft: nicht zu kontrollieren, sondern zuzuhören, zu ermöglichen und mitzugestalten.

Wer gut führen will, sorgt nicht nur dafür, dass Arbeit erledigt wird – sondern dass sie erlebt wird. Und genau darin liegt die Chance, aus Langeweile wieder Lebendigkeit zu machen.

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