Führungsentwicklung neu denken 🛫 Warum HR jetzt strategisch handeln muss

Anerkennung Lob Wertschätzung

Inhaltsverzeichnis

  • Führungsentwicklung neu denken: Warum HR jetzt strategisch handeln muss

  • Warum ist eine gezielte Führungsentwicklung heute wichtiger denn je?

  • Welche Rolle spielt HR im Prozess der Führungsentwicklung?

  • Welche Methoden und Modelle der Führungsentwicklung sind besonders wirksam?

  • Wie misst du den Erfolg von Führungsentwicklungsmaßnahmen?

  • Welche Herausforderungen gibt es bei der Implementierung einer nachhaltigen Führungsentwicklung?

  • Wie kannst du sicherstellen, dass Führungsentwicklung nachhaltig und praxisorientiert ist?+

  • Fazit: Führungsentwicklung ist Zukunftssicherung

Führungsentwicklung neu denken: Warum HR jetzt strategisch handeln muss

Führung ist kein Naturtalent, sondern eine Fähigkeit, die sich entwickeln lässt. Diese Erkenntnis ist nicht neu – und doch spüren wir aktuell mehr denn je, dass klassische Führungsmodelle an ihre Grenzen stoßen. Die Arbeitswelt verändert sich radikal: hybride Teams, ständige Veränderung, psychische Belastungen, ein wachsender Fachkräftemangel. All das fordert ein neues Verständnis von Führung – und damit auch eine neue Art der Führungsentwicklung.

Als HR Business Partner hast du eine Schlüsselrolle in diesem Wandel. Du bist Impulsgeberin, Sparringspartnerin und strategischer Treiberin. Aber was heißt das konkret? Wie sieht moderne Führungsentwicklung aus? Was wirkt wirklich – und wo lauern Stolperfallen? In diesem Artikel beantworte ich zentrale Fragen, die dich in deiner Rolle begleiten – und gebe dir fundierte, praxisnahe Impulse für deine HR-Arbeit.

Warum ist eine gezielte Führungsentwicklung heute wichtiger denn je?

Führung verändert sich. Wer heute führt, muss nicht nur entscheiden und kontrollieren, sondern vor allem inspirieren, Orientierung geben, psychologische Sicherheit schaffen – und gleichzeitig mit Unsicherheit umgehen. Der Wandel hin zu fluideren, digitaleren und selbstorganisierteren Arbeitsformen verlangt ein anderes Repertoire an Kompetenzen. Dazu gehören emotionale Intelligenz, Feedbackfähigkeit, Systemdenken und Resilienz.

Viele Führungskräfte sind damit überfordert – nicht weil sie inkompetent sind, sondern weil ihnen der Rahmen zur Entwicklung fehlt. Die Folge: Erhöhte Stressbelastung, innere Kündigung, Führung per Mikromanagement oder Rückzug. Eine professionelle, strategisch verankerte Führungsentwicklung kann genau hier ansetzen – präventiv, unterstützend, transformierend.

Gleichzeitig zeigt die Forschung: Gute Führung hat enorme Hebelwirkung. Studien wie die Meta-Analyse von Judge et al. oder auch die systematische Übersichtsarbeit von Tummers und Bakker (2021) zeigen, dass Führungsverhalten maßgeblich Arbeitszufriedenheit, Engagement, Innovationskraft und Gesundheit beeinflusst. Wer in Führung investiert, investiert in Kultur, Leistung und Zukunftsfähigkeit.

Welche Rolle spielt HR im Prozess der Führungsentwicklung?

HR Business Partner sind weit mehr als Dienstleisterinnen für Führungskräfte. Sie sind Mitgestalterinnen der Unternehmenskultur. Das heißt konkret: Du solltest Führungsentwicklung nicht als Trainingsprogramm betrachten, sondern als einen kulturellen Veränderungsprozess, den du strategisch steuerst.

Deine Rolle ist es, gemeinsam mit der Geschäftsführung zu klären, welche Art von Führung gebraucht wird, um die Unternehmensziele zu erreichen. Du analysierst, wo Lücken im Kompetenzprofil bestehen, entwickelst passende Interventionen, begleitest die Umsetzung – und stellst sicher, dass Führung nicht zum Silo-Thema wird, sondern in alle HR-Prozesse integriert ist.

Dabei gilt: Führungskräfteentwicklung funktioniert nicht top-down. Sie braucht Dialog, Partizipation und Relevanz. Wenn du Entwicklung rein über Schulungen steuerst, aber keine kulturelle Einbettung schaffst – etwa durch Feedbackprozesse, Coaching oder Peer-Learning – wird der Transfer scheitern.

Welche Methoden und Modelle der Führungsentwicklung sind besonders wirksam?

Zwei Konzepte verdienen besondere Beachtung: Das Job Demands-Resources-Modell (JD-R) und das Konzept des Job Crafting. Beide liefern nicht nur theoretische Fundamente, sondern auch praktische Ansatzpunkte für wirksame Führungsentwicklung.

Das JD-R-Modell zeigt, dass Führungskräfte dann erfolgreich und gesund führen können, wenn sie in der Lage sind, mit Anforderungen (Demands) umzugehen und gleichzeitig genügend Ressourcen zur Verfügung haben. Diese Ressourcen können sozialer Art (z. B. Rückhalt im Team), strukturell (z. B. Autonomie) oder persönlich (z. B. Selbstwirksamkeit) sein.

Führungsentwicklung nach diesem Modell bedeutet: Nicht nur Kompetenzen zu trainieren, sondern auch die Rahmenbedingungen zu gestalten. Ein gesundes Gleichgewicht aus Verantwortung und Unterstützung zu schaffen. Und ganz konkret: Führungskräfte zu befähigen, auch für ihr Team Ressourcen zu gestalten – etwa durch Feedback, Gestaltungsspielraum oder Klarheit in Rollen.

Job Crafting wiederum eröffnet Führungskräften die Möglichkeit, ihre Rolle aktiv zu gestalten: Aufgaben umzustrukturieren, Beziehungen im Team bewusst zu pflegen, oder den Sinn ihrer Arbeit neu zu interpretieren. Studien zeigen, dass Job Crafting nicht nur das Engagement erhöht, sondern auch Burnout vorbeugt.

Der Prozess könnte so aussehen:

  1. Selbstreflexion: Was stresst mich in meiner Führungsrolle, was motiviert mich?

  2. Analyse: Welche Aufgaben kann ich umstrukturieren, welche Beziehungen neu gestalten?

  3. Zielsetzung: Was will ich verändern – in kleinen, machbaren Schritten?

  4. Umsetzung mit Unterstützung: z. B. durch Coachings oder kollegiale Beratung

  5. Evaluation: Was hat sich verändert – und wie wirkt sich das auf mein Team aus?

Der Vorteil: Führungskräfte werden nicht verändert, sondern ermächtigt, sich selbst weiterzuentwickeln. Das stärkt Identifikation und Eigenverantwortung.

Wie misst du den Erfolg von Führungsentwicklungsmaßnahmen?

Wirkung muss sichtbar werden. Sonst bleibt Führungsentwicklung ein Kostenfaktor ohne strategischen Nutzen. Doch wie misst man Führung? Die Antwort ist: indirekt – über Wirkfaktoren und Outcomes.

Wirkfaktoren können sein: verändertes Führungsverhalten, erhöhter Selbstreflexionsgrad, konstruktiveres Feedbackverhalten, mehr psychologische Sicherheit im Team. Diese lassen sich über 360°-Feedbacks, Mitarbeiterbefragungen oder strukturiertes Beobachtungsfeedback erfassen.

Outcomes wiederum zeigen sich in:

  • Fluktuationsraten

  • Krankheitsquoten

  • Innovationsquote

  • Mitarbeiterzufriedenheit

  • Performance-Indikatoren der Teams

Entscheidend ist, dass du Führungsentwicklung als Lernprozess verstehst – nicht als Intervention mit Soforteffekt. Deshalb ist es sinnvoll, über einen längeren Zeitraum zu evaluieren und regelmäßige Reflexionsräume zu schaffen.

Welche Herausforderungen gibt es bei der Implementierung einer nachhaltigen Führungsentwicklung?

Es gibt einige Stolperfallen, die du kennen solltest. Dazu zählt vor allem: Widerstand. Führungskräfte, die überlastet sind, werden Entwicklungsmaßnahmen oft als zusätzliche Belastung erleben. Und: Veränderung erzeugt Unsicherheit – auch bei denen, die eigentlich Orientierung geben sollen.

Ein weiterer Punkt: Fehlende Passung. Ein Trainingskatalog von der Stange mag auf dem Papier gut aussehen, trifft aber oft nicht den Kern des Problems. Nachhaltige Führungsentwicklung muss individuell sein – sie muss sich an der Reife, der Persönlichkeit und der Rolle der Führungskraft orientieren.

Außerdem: Ohne Rückhalt von oben geht nichts. Wenn die Geschäftsführung nicht bereit ist, Führungsentwicklung als strategisches Thema zu fördern, wird sie auf mittlerer Ebene versanden.

Doch es gibt auch starke Pro-Argumente: Gute Führungsentwicklung erhöht die Bindung, reduziert Fehlzeiten, stärkt die Kultur und ist damit ein echter Wettbewerbsvorteil – gerade in Zeiten des Fachkräftemangels.

Wie kannst du sicherstellen, dass Führungsentwicklung nachhaltig und praxisorientiert ist?

Dafür brauchst du drei Dinge: Verankerung, Vielfalt und Vertrauen.

Verankerung heißt: Führung muss in allen HR-Prozessen eine Rolle spielen – im Recruiting, in der Zielvereinbarung, in der Feedbackkultur. Führungskräfte sollten nicht nur an Workshops teilnehmen, sondern auch danach in einem begleitenden Entwicklungsprozess bleiben – etwa durch Mentoring, Learning Circles oder Coachingformate.

Vielfalt bedeutet: Nutze unterschiedliche Lernformate. Theorie ist wichtig – aber sie braucht Anwendungsräume. Kombiniere Impulse mit Reflexion, Praxisprojekten, Peer-Feedback. Ermögliche individuelle Lernpfade statt standardisierter Programme.

Und schließlich: Vertrauen. Entwicklung braucht einen sicheren Rahmen. Führungskräfte müssen auch Schwächen thematisieren können, ohne Imageverlust zu befürchten. Hier ist deine Rolle als HR Business Partner besonders wertvoll: Du kannst Räume schaffen, in denen Lernen möglich ist – durch Wertschätzung, Vertraulichkeit und eine klare Haltung zu Fehlerfreundlichkeit.

Fazit: Führungsentwicklung ist Zukunftssicherung

Führungsentwicklung ist kein „nice to have“. Sie ist ein strategisches Muss. Wer nicht in Führung investiert, riskiert Leistungsabfall, Kulturverlust und Mitarbeiterflucht. Als HR Business Partner hast du die Mittel in der Hand, diesen Wandel aktiv zu gestalten – mit klarem Blick auf die Bedürfnisse der Führungskräfte, wissenschaftlich fundierten Modellen und einem systematischen Prozess.

Bleib dran. Bleib mutig. Und gib der Führung in deinem Unternehmen die Richtung, die sie verdient.

Wenn du magst, begleite ich dich auch gern in einem zweiten Artikel mit konkreten Praxisbeispielen, Tools oder Fallstudien. Sag einfach Bescheid.

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